Österreichische Liga für Menschenrechte

Menschenrechtspreis

Der Liga ist es ein besonderes Anliegen Menschenrechte als Querschnittsthematik in der Gesellschaft zu verankern. Mit der Vergabe des Menschenrechtspreises möchte die Liga seit 2010 nicht nur Menschenrechtsverletzungen thematisieren, sondern auch jenen eine Plattform für ihre Anliegen bieten, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.

Menschenrechtspreis 2020

Die Österreichische Liga für Menschenrechte freut sich, den Menschenrechtspreis 2020 an Maria Rösslhumer zu vergeben. Die Politikwissenschaftlerin und langjährige Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) wird für ihre besonderen Verdienste zum Schutz der Menschenrechte und ihr außerordentliches Engagement für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder ausgezeichnet.

Maria Rösslhumer ist Leiterin der Frauenhelpline gegen Gewalt (0800/222 555) und war von 1999 bis 2017 Geschäftsführerin des Vereins WAVE (Women Against Violence Europe) des Europäischen Netzwerks gegen Gewalt an Frauen und Kindern. Sie ist Vorstandsmitglied des Österreichischen Frauenrings und Mitgründerin des Vereins OBRA (ONE BILLION RISING AUSTRIA) und seit neuestem auch Vorstandsfrau bei MAMANET. Sie ist Gesamtkoordinatorin des Nachbarschaftsprojekts „StoP-Stadtteile ohne Partnergewalt“ in Österreich und auch Vorstandsmitglied des dazugehörigen internationalen Vereins. Die Gender- und Gewaltexpertin arbeitet zudem als Trainerin und Vortragende.

„Maria Rösslhumer zu kennen, gibt Mut und erleichtert es, sich den Themen Gewalt an Frauen und Kindern, häusliche Gewalt und Flucht ins Frauenhaus zu stellen und sich damit auseinanderzusetzen. Marias jahrzehntelanger Einsatz und ihr Lobbying haben dazu geführt, dass sich viele Menschen mit dieser Thematik auseinandersetzen, weil sie es nie gescheut hat, die drastischen Probleme klar zu benennen. Keine Umschreibungen, keine Camouflagen, ihre Worte sind immer präzise und deutlich, wie die Auswirkungen bei jenen, die von Gewalt betroffen sind. Jedes Land braucht starke, furchtlose Frauen. Österreich hat mit Maria Rösslhumer eine solche“, so die Vizepräsidentin der Österreichischen Liga für Menschenrechte, Terezija Stoisits, zur Entscheidung der Jury.

Maria Rösslhumer nahm den Menschenrechtspreis im kleinsten Rahmen in ihren Büroräumlichkeiten entgegen: „Heute noch könnte ich mich jeden Tag bedanken, dass ich hier arbeiten darf, dass ich diesen Job habe, dass ich ein tolles Team habe, viele engagierte Mitarbeiterinnen habe, aber auch Männer, die unsere Arbeit unterstützen. Ich freue mich auch, dass es politisch Verantwortliche gibt, die unsere Arbeit mittragen. Ich möchte mich für die Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz, mit allen Opferschutzeinrichtungen und auch den Medien bedanken, die gemeinsam wichtige Pfeiler unseres Einsatzes gegen Gewalt sind. Auch wenn die tägliche Auseinandersetzung mit Gewalt an Frauen und Kinder eine große Herausforderung darstellt, so freue ich mich dennoch über diese Arbeit, weil sie sinnvoll ist und weil ich und meine Teams täglich helfen und wir etwas bewirken können.“

Video zur Preisverleihung

Menschenrechtspreis 2019

Seine Zivilcourage und sein unablässiges Engagement für die Menschenrechte zeichnen ihn aus: Dr. Alexander Pollak, seit 2011 Sprecher der Initiative SOS Mitmensch, wird mit dem Preis für seinen Einsatz für die Menschenrechte aller in diesem Land lebenden Menschen geehrt.

Erstmalig vergibt die Liga auch einen Menschenrechtspreis für ein Lebenswerk. Die Auszeichnung erhält der Arzt Dr. Werner Vogt, der durch seine Auseinandersetzung mit dem Euthanasiearzt Heinrich Gross und sein unermüdliches medizinkritisches Engagement bekannt wurde.

Bei der Preisverleihung haben Mag. Doris Schmidauer und der Schriftsteller Dr. Erwin Riess die Reden zu Ehren unserer Preisträger Dr. Alexander Pollak und Dr. Werner Vogt gehalten. Dr. Alexander Pollak von SOS Mitmensch erhielt den Menschenrechtspreis 2019, Dr. Werner Vogt wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Laudatio für Alexander Pollak

Laudatio für Werner Vogt

Wie schon in den vergangenen Jahren fand Vergabe in Kooperation mit dem Filmfestival ”this human world” statt.

Bilder


PreisträgerInnen der Vorjahre


2018 Claus-Peter Reisch

2017 Osman Isçi, Human Rights Association und Menschenrechtsorganisation in der Mittelmeerregion, EuroMed Rights

2016 Richard und Linde Wadani

2015 Train of Hope

2014 BettelLobbys

2013 Verein Hemayat

2012 Die Journalistin Amani el Tunsi

2011 Michael Genner, Asyl in Not

2010 Margarita Ilieva, Bulgarian Helsinki Committee und Deserteurs- und Flüchtlingsberatung

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