Österreichische Liga für Menschenrechte

21/04

Wir trauern um Richard Wadani

Richard Wadani, der 2016 gemeinsam mit seiner Frau Linde mit dem Menschenrechtspreis der Liga ausgezeichnet wurde, ist in der Nacht zum 19. April 2020 in Wien verstorben. Er war einer der letzten unermüdlichen Kämpfer für die Anerkennung der Rechte der Wehrmachtsdeserteure. Als Wadani selbst mit 17 Jahren zur Wehrmacht kam, stand sein Entschluss fest, nicht für Hitlerdeutschland kämpfen zu wollen. Er hatte den Mut gefunden, sich zu widersetzen und desertierte. Doch „Deserteure wurden jahrzehntelang als Vaterlandsverräter beschimpft und vom offiziellen Österreich ebenfalls diskriminiert. Unter diesem psychischen Druck war das Leben von uns Deserteuren bis zum heutigen Tage nicht einfach.“ Richard Wadani erinnerte die Öffentlichkeit bis zuletzt an die Schicksale der Wehrmachtsdeserteure und trug damit zu einer historischen Neubewertung und späten Anerkennung der Opfer der NS-Militärjustiz bei. Als beeindruckender und engagierter Zeitzeuge gab er seine Erinnerungen weiter. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei Richard Wadanis Ehefrau Linde, die sein Engagement immer mitgetragen hat.

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