Österreichische Liga für Menschenrechte

07/12

8.12. 2018 Verleihung des Menschenrechtspreises an „Lifeline“-Kapitän Claus-Peter Reisch

URKUNDE CLAUS-PETER REISCH

Die Preisverleihung an Claus-Peter Reisch findet am Samstag, den 8. Dezember im Rahmen des International Human Rights Film Festival „this human world“ um 19:30 Uhr im Werk X (12., Oswaldgasse 35a) statt.

Reisch ist Kapitän des Seenotrettungsschiffs „Lifeline“, das Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer aufgreift und in europäische Häfen bringt. Internationale Bekanntheit erlangten Reisch und die „Lifeline“ im vergangenen Sommer, als das Schiff tagelang einen Hafen suchte, weil sich kein Mittelmeeranrainerstaat dazu durchringen konnte der „Lifeline“ und den rund 250 Flüchtlingen an Bord das Anlegen zu erlauben.

Barbara Helige, Präsidentin der Österreichischen Liga für Menschenrechte, begründet ihre Entscheidung für die Auszeichnung folgendermaßen:„Der heurige Preisträger des Menschenrechtspreises, Claus-Peter Reisch, hat als Kapitän der ‚Lifeline‘ flüchtende Menschen aus Seenot gerettet, was ihm auf Malta ein Strafverfahren eingebracht hat. Trotzdem gibt er nicht klein bei. In einer Zeit, in der die Politik – europaweit, aber besonders auch in Österreich – menschenverachtende Tendenzen fördert, rettet Claus-Peter Reisch an der Spitze seines Teams nicht nur Menschenleben, sondern gibt all jenen Mut, die auch nicht nur zuschauen wollen.“

Claus-Peter Reisch: „Diese Auszeichnung der Österreichischen Liga für Menschenrechte ehrt mich sehr und ich nehme sie im Namen der ‚Mission Lifeline‘ und meiner gesamten Besatzung entgegen. Als Schiffskapitän ist es meine Pflicht, jedem zu Hilfe zu eilen, der auf See in Not gerät – da muss ich nicht lange überlegen und bin sogar gesetzlich dazu verpflichtet. Schließlich kann man niemanden – egal woher er kommt – ertrinken lassen.“

Über den diesjährigen Preisträger

Claus-Peter Reisch (* 17. April 1961) stammt aus Bayern und betreibt ein Unternehmen für Installationen und Sanitärtechnik. Bei einem Urlaub in Griechenland im Jahr 2015 kam er erstmals direkt mit Flüchtlingen in Berührung und schloss sich der Seenotrettung „Mission Lifeline“ an, die flüchtende Menschen aus dem Mittelmeer rettet. Nachdem das von Reisch geführte Rettungsschiff „Lifeline“ im Juni 2018 mit 250 aus Seenot geretteten Flüchtlingen tagelang auf dem Mittelmeer ausharren musste, da Italien das Anlegen des Schiffes verweigerte, durfte es schließlich einen maltesischen Hafen anlaufen. In Malta wurde Claus-Peter Reisch verhaftet und vor Gericht gestellt. Die maltesischen Behörden werfen ihm vor, dass das Schiff nicht ordnungsgemäß registriert gewesen sei. Die „Lifeline“ ist seitdem festgesetzt, das Gerichtsverfahren läuft.

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